Hier wird das Geschichtenerzählen und Gedichteschreiben auf leichte und spielerische Weise vermittelt. Unsere Dozentin, Frau Anu Dappen, sorgt mit kreativen Schreibanregungen dafür, dass der Schreibfluss ganz von selbst beginnt. Hier braucht niemand Angst vor dem leeren Blatt zu haben! Und am Schluss kann man mit Stolz seine selbst geschriebenen Texte mit nach Hause nehmen. Spaß und Freude stehen im Vordergrund, es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich.
Der Literaturzirkel Drachselsried und die ILE Zellertal laden zu einer besonderen Lesung mit Autorengespräch ein. Zu Gast ist die Autorin und Sprecherin Birgit Arnold, die aus ihren Werken "Das Perchtenerbe" und "Fall Silent" liest. Birgit Arnold verbindet in ihren Geschichten Natur, Heimat und Mythologie zu eindrucksvollen literarischen Bildern. Aufgewachsen im bayerischen Fünfseenland, prägen Landschaft, alte Überlieferungen und die enge Verbindung zur Natur bis heute ihr Schreiben. In "Das Perchtenerbe" greift sie fast vergessene Sagenwelten und alten Naturglauben auf, während "Fall Silent" die wilde Kraft unberührter Landschaften und das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur in den Mittelpunkt rückt.
Johannes Maria Haslinger legt mit „Rubin – Alle Farben und sein wie Glas“ ein außergewöhnliches literarisches Erstlingswerk vor. Das Buch wird vom Volk Verlag München herausgegeben und kommt sozusagen ganz frisch aus der Presse, direkt nach Niederbayern ins Arberland. Die Gäste erwartet ein künstlerischer Abend mit Musik, Präsentation und Lesung rund um Mythen, Macht und Trash-Movie-Ästhetik.( Rubin – Alle Farben und sein wie Glas - Volk Verlag) Das poetisch-düstere Drama bricht bewusst mit klassischen Heimatroman-Klischees und lädt die alten Mythen des Bayerischen Waldes auf radikale, cineastische Weise neu auf. Das Buchprojekt ist ein flirrendes Stück Heimatliteratur, das die Grenze zwischen Realität, Demenz und jahrhundertealtem Aberglauben verschwimmen lässt. Im Mittelpunkt der Erzählung steht die Tochter des legendären Propheten Mühlhiasl. Völlig abgeschieden lebt sie mit ihrem demenzkranken Vater in den rauen Hochlagen des Bayerischen Waldes. Seine rätselhaften Visionen, die sie jahrelang als wirres Gerede abgetan hat, verweben sich plötzlich unaufhaltsam mit handfesten Unruhen im nahegelegenen Dorf. Ein machtbesessener Hütten-Herr und die erbarmungslose Ausbeutung der Arbeiterschaft bringen die Dorfgemeinschaft an den Rand des kollektiven Zusammenbruchs. Beim Versuch, ihren Vater vor den Dorfbewohnern zu schützen, gerät die Protagonistin immer tiefer in einen Strudel aus archaischen Machtstrukturen und nackter Angst. Schließlich muss sie erkennen, dass ihre eigene Rolle in diesem Gefüge weitaus größer ist, als sie es je geahnt hat. Atmosphärisch beschreitet Haslinger ungewöhnliche Wege: In Ton und Bildsprache knüpft der Roman an das legendäre, poetisch-düstere Werk „Herz aus Glas“ von Werner Herzog und Herbert Achternbusch an. Die Handlung entfaltet sich in einem gleißenden, fast surrealen Sonnenlicht, das die Abgründe der Figuren scharf hervorhebt. Haslinger selbst beschreibt sein Werk als ein „Trash-Movie“ zwischen zwei Buchdeckeln, der den Wald und seine tief sitzenden Geschichten radikal weiterdenkt. Der Autor ist in der Region tief verwurzelt: Der 1987 geborene Johannes Maria Haslinger prägt nach Stationen als Kunstdokumentar in München heute als Leiter des Museums Rotes Schulhaus in Rinchnach, des Kulturhauses Spital Hengersberg sowie als Kreisheimatpfleger das kulturelle Gesicht seiner Heimat. Seine kreative Vielseitigkeit bewies er zudem mit mehreren musikalischen Veröffentlichungen beim renommierten Münchner Trikont-Label und wurde 2018 mit dem Kulturpreis des Landkreises Regen ausgezeichnet.
Wenn zwei Menschen zueinander suchen und finden, ist das eigentlich nicht typisch bayerisch, trotzdem gibt es viel zu erzählen über jenes, das bei uns in Bayern etwas anders ist als irgendwo, wenn zwei „anbandeln“, sich näher kommen und schließlich einen gemeinsamen Weg gehen. Hans Hagl, der Gründer und Leiter der kleinen aber feinen Dorfbücherei „Bücherkobel“ in Rabenstein ist auch sehr vertraut mit der Literatur zur „weiß-blauen Liebe“. Er wird in einer Lesung bayerische Literaten zu Wort kommen lassen, die sich Gedanken gemacht haben über Liebe und Treue, über Liebesglück und Liebesleid, über Liebestragödien und Untreue. Dabei geht es vom ersten liebevollen Blickkontakt über den Kirchweihtanz, das erste Busserl bis zum Kammerfensterl und dann natürlich bis zur großen bayerischen Schenkhochzeit. Wer einen nüchternen Vortrag über Brauchtum erwartet, könnte an diesem Abend vielleicht enttäuscht werden. Wer jedoch den Hagl Hans und seinen unvergleichlichen Humor schätzt, kommt mit Sicherheit auf seine Kosten.
„Hot die Matz an Bubikopf…do locht's da Goaßbock aus.“ Dieser und ähnliche Reime stehen im Vordergrund des Vortrages. Darunter kann sich wahrscheinlich jedermann was vorstellen, wenn er nur einen oder zwei Verse hört: "Resal, Broutbresal, du zaudürre Goaß, frisst oiwei Broutbresal, wirst dennerst net foast.“ Oder: „sLieserl vo Zwieserl hot zwoa route Knia. Wos kann des Lieserl von Zwieserl dafür?“ Vortragender und Sammler ist Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier aus Grafenau, der seine Gitarre mitbringt, um einige der Verse und andere Lieder gemeinsam zu singen. Namenstratzereien (Sepp, Sepp, sogs an Seppn, dass da...), Pfeiferlreime (Dule dule dee, s Pfeiferl geht schee...), Schnellsprechverse (Hintern Hansls Haus hängand hundert Hundshäut hintn) und andere lustige „Reimereien“ aus der Überlieferung werden viele Besucher an ihre eigene Kindheit zurückerinnern.