Kronschnabl, Emil
Dass die Musik aus Böhmen kommt, wie es in einem Liedtext heißt, stimmt sicherlich nicht, aber böhmische Musikanten und Sänger hatten schon bedeutenden Einfluss auf die Musik diesseits der Grenze. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen Wandermusiker aus Böhmen durch die bayerischen Dörfer und Märkte, um gegen Geld Unterhaltung zu bieten. Ausgestattet mit dem Dudelsack oder anderen Instrumenten verwandelten sie die Dorfplätze und Wirtshäuser zu Konzerträumen. Mit Polka und Mazurka beeindruckten sie die Waldler, die ihrerseits Landler, Rheinländer und Schottisch pflegten und natürlich den für den Bayerwald so typischen Zwiefachen. Es war ein gegenseitiges Lernen, das Spuren im Liedgut hinterlassen hat, aber die Volksmusik auf beiden Seiten der Grenze hat sich auch Eigenheiten bewahrt. Der Dozent Emil Kronschnabl will sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten der Musikstücke herausstellen. Dabei wird er unterstützt von der internationalen Musikgruppe Horschek (übersetzt „Enzian“ oder „Hantig“), bei der er selbst mitspielt. Der Abend verspricht nicht nur eine sachliche Abhandlung dieses bisher kaum aufgegriffenen Themas, sondern auch viel musikalische Unterhaltung.
Der Niederaltaicher Rodungsmönch Gunther ist eine der wenigen Personen des frühen Mittelalters im heutigen Bayerischen Wald, über die Geschichtsbücher berichten. Was wir jedoch in der Schule erfahren haben, ist nur ein kleiner Teil dessen, warum das Wirken Gunthers so bedeutend war. Er entstammte der reichen und mächtigen Familie der Grafen von Käfernburg-Schwarzburg in Thüringen und war verwandt mit dem Bayernherzog und späteren deutschen Kaiser Heinrich II. und seiner Schwester Gisela, Gemahlin von Stephan I., König von Ungarn. Aufgrund dieser Beziehungen wirkte er neben der Erschließung des damaligen Nordwaldes auch als international geachteter Diplomat, Brückenbauer und Missionar. So vermittelte er beim deutsch-böhmischen Krieg 1040 und unterstütze in Ungarn die Missionsarbeit. Auch wenn Gunther immer als Heiliger bezeichnet wird, in Wahrheit wurde er nie heiliggesprochen. Bei seinem Vortrag wird der Dozent Josef Dengler noch vieles von Gunther berichten, das nicht allgemein bekannt ist.