Schneider, Martin
Die Zeit des Hundertjährigen Krieges kennzeichnet die wechselvolle Epoche zwischen 1337 und 1453, in der zwei Königreiche um Macht, Thronansprüche und nationale Identität rangen. Im Zentrum der Darstellung stehen die politischen, militärischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieses Konflikts. Dabei werden zentrale Gestalten wie Eduard III., Philippe VI., Karl V. und Jeanne d’Arc ebenso betrachtet wie die Auswirkungen des Krieges auf Wirtschaft und Bevölkerung. Der Vortrag zeigt, wie aus feudalen Rivalitäten allmählich nationale Staaten erwuchsen.
Ein erbitterter Kampf um die Macht tobte im England der Jahre 1455 – 1485 zwischen die Häusern Lancaster und York. Die Rosen, die beide in ihrem Wappen trugen – die weiße Rose von York und die rote Rose von Lancaster – gaben diesen Auseinandersetzungen ihren Namen. Sie mündeten letztlich in einen offenen Bürgerkrieg. Als Sieger ging aus ihm Heinrich VII. aus dem Hause Tudor hervor, der die gleichnamige Tudor-Dynastie begründete. Die Auseinandersetzungen prägten England zutiefst. Die Veranstaltung skizziert die Ursachen der Rosenkriege sowie ihren Verlauf und fragt nach den Folgen für die englische Geschichte.
Der englische König Heinrich VIII. (1491 – 1547, regierte ab 1509) zählt zu den umstrittensten Herrscherpersönlichkeit der englischen Geschichte. Der Nachwelt blieb er v.a. durch seine Heiratspolitik im Gedächtnis, die zu sechs Ehen und einige seiner Gemahlinnen auf das Schafott führte. Doch gehörte er auch zu den gebildetsten Königen seiner Zeit, der u.a. mit dem Humanisten Thomas Morus in Kontakt stand. Heinrich VIII. trennte England von der katholischen Kirche, gründete stattdessen eine eigene Staatskirche und betrieb außenpolitisch die für viele Jahrhunderte folgenreiche Politik einer „balance of power“. Der Vortrag skizziert die ambivalente Biographie Heinrichs VIII. und zeigt, welche politischen, sozialen und religiösen Veränderungen mit seiner Regentschaft verbunden waren.
Maria Stuart (1542 – 1587) folgte im Alter von nur 6 Tagen ihrem Vater auf den schottischen Thron. Durch ihre Ehe mit Franz II. war sie zeitweise auch Königin von Frankreich, kehrte nach dessen Tod aber nach Schottland zurück. Ihre Regierung fiel in eine Zeit heftiger religiöser Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Als Katholikin von den protestantischen Lords abgesetzt, floh sie nach England zu Elisabeth I., einer Tochter Heinrichs VIII. Allerdings wurde sie dort inhaftiert und 1587 hingerichtet. Der Vortrag skizziert die von politischen Machtkämpfen, Intrigen und Verschwörungen reiche Regierungszeit Maria Stuarts und zeigt, warum ihr Leben in England ein tragisches Ende fand.
England erlebte im 17.Jahrhundert tiefgreifende politische und gesellschaftliche Umbrüche. Im Zentrum stehen die Ursachen und Folgen der Auseinandersetzungen zwischen Krone und Parlament, die zur konstitutionellen Revolution führten. Anhand von Oliver Cromwells Rolle wird der Übergang von der Monarchie zur Parlamentsherrschaft und deren Scheitern analysiert. Ebenso wird die Restauration der Monarchie und ihre erneute Krise in der „Glorreichen Revolution“ von 1688 dargestellt. Der Vortrag zeigt die Entstehung der modernen konstitutionellen Ordnung Großbritanniens.
Die englische Königin Victoria übernahm den Thron 1837 zu einer Zeit ernster innenpolitischer Krisen und außenpolitischer Herausforderungen. Sie war geprägt von einer fortschreitenden Industrialisierung, dem Elend großer Teile der Arbeiterschaft, dem Ansehensverlust der Krone nach den Regierungszeiten Georgs III. und Georgs IV. sowie den politischen Ansprüchen des englischen Parlaments. Doch zugleich stieg Großbritannien während Victorias sehr langer – bis 1901 andauernden – Regierungszeit zu großer wirtschaftlicher und kolonialer Macht auf. Der Vortrag skizziert ihre Biographie, fragt nach den großen innen- und außenpolitischen Entwicklungen und skizziert die viktorianische Politik.